

Hirnstromern

Lindentriebe für Gelesenes
Als ich dies schrieb, einst, begann, wenn auch nur zaghaft, die hohe, im Sommer schattenspendende Linde auszutreiben. Drum bekommen die hier ohne Rezension nur mit Klappentext aufgeführten Bücher nicht die üblichen Sterne, sondern bewertende Lindentriebe zugesprochen. Nur ein Trieb ist zwar während des Betrachtens wunderschön, aber für den Inhalt eines gelesenen Buches ist er nicht erstrebenswert; dann doch lieber sieben, acht oder gar zehn Triebe, die sich anerkennend wiegen im Wind oder fast platzen vor Begeisterung. Also Bücher: strengt euch an!
Zur Zeit lese ich:



Ein Ende und ein Anfang
Oliver Hilmes
gelesen im Januar 2026
288 Seiten
Die Geschichte des Sommers 1945, wie man sie noch nie gelesen hat
In diesem Sommer ist nichts mehr, wie es war: In den vier Monaten von Mai bis September 1945 bricht die alte Welt zusammen, und eine neue tut sich auf. Das verbrecherische »Dritte Reich« ist am Ende, und eine Zeit der Freiheit, aber auch neuer Konflikte, nimmt ihren Anfang. Wie erleben die Menschen diesen Sommer - Sieger wie Besiegte, Opfer wie Täter, Prominente wie Unbekannte? In vielen Geschichten und Szenen, die von Berlin nach Tokio führen, von München nach Paris oder von Bayreuth nach Moskau, fangt Oliver Hilmes die einzigartige Atmosphäre dieser Zeit der Extreme ein: das große Glück und die Hoffnung der Befreiten, das Elend und die Trauer, die Ängste der Besiegten und die neue Freiheit.
Schundroman
Bodo Kirchhoff
gelesen im Januar 2026
316 Seiten

Zum Niederknien: Komisch und sentimental zugleich.
Deutsche Zeitung
Kirchhoff bleibt klarer Sieger nach Punkten.
Zitty
Süffig und in rasantem Tempo.
Hamburger Abendblatt
Das Tempo dieser Liebes und Gangstergeschichte ist atemberaubend. Nordseezeitung
Ein höllisch rasant erzählter Thriller.
Neue Züricher Zeitung
Mit hohem Spaßfaktor und absolutem Suchtpotenzial.
Brigitte
Ein poetischer Thriller, ein saftiges Stück Literatur.
Die Welt
Eine literarische Delikatesse, ein Kultbuch.
Tagesanzeiger
Ein prima Krimi. Lebendig erzahlt, Kraft und saftvoll.
Blick
Man liest es mit unverschämtem Vergnügen.
Kölnische Rheinschau
Eine amüsante, ironische, wunderbar verwickelte Kriminal- und Liebesgeschichte.
Hannoversche Zeitung

Im Warteregal:

Einige aber doch
Sabine Friedrich
gelesen im Januar 2026
448 Seiten
Sie öffnet das Fenster, um seinen Pfeifenrauch hinauszulassen. In der Luft liegt eine erste Ahnung von Schnee. Vom Lokal gegentber drin Musik herauf. Einen Moment überwältigt due Wirklichkeit sie.
Hier steht sie, mitten im Herzen Berlins, Weltgeschichte: eine freie Frau, verheiratet, dreißig Jahre alt, gesund, tatkräftig, voll Zuversicht, während sich dort draußen im dunklen Land ganz nebenbei ein Bürgerkrieg zusammenbraut.
In ihrem Roman über die Rote Kapelle erzählt Sabine Friedrich von Frauen und Männern, die sich Hitler und der verbrecherischen Politik des Nationalsozialismus entgegengestellt haben. Sie erzählt von ihrem Sterben — vor allem aber von ihrem Leben.
Fast alle Frauen und Männer, die die Gestapo als ›Rote Kapelle‹ zusammenfasste, erwartete am Ende der gewaltsame Tod. Aber so gleich ihr Schicksal, so unterschiedlich ihre Lebenswege. Sabine Friedrich erzählt nicht von Helden einer fernen Vergangenheit, sondern von entschlossenen und suchenden, zweifelnden und überzeugten, zornigen und liebenden Menschen, die gezwungen waren, sich zu den Gegebenheiten ihrer Zeit zu verhalten wie alle anderen auch. Die meisten fügten sich. Viele murrten. Wenige handelten. Einige aber doch.
Ein epochales Werk, das den historisch gewordenen Charakteren genauso viel Aufmerksamkeit zukommen lässt wie der grausamen Maschinerie des Nationalsozialismus.
Veronika Eder - bn Bibliotheksnachrichten (Salzburg)


