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Ruhestand

  • 26. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Heißt es so, weil man noch stehen kann in Ruhe nun, nicht schon im Greisenbett liegt? Dabei ist es doch Freiheit, liegen bleiben zu können (soviel gibt's zu lesen), dort, wo ich gerade noch in den noch dunklen Tag aufbrechen musste - diese Freiheit, die sich auftürmt und man weiß noch gar nicht so genau, auf welchen Wegen man sie besteigen möchte.

Ich wandre im Wald, atme die noch frische, frühe Luft, und denke, das steht dir jetzt offen, wann immer du willst, Glücksgefühle fluten durch mich hindurch. Und im nächsten Atemzug die vom regen Geist gemalten Bilder: Der Gang über die noch stille Morgenwiese, den Kirschbaum begrüßend, der all die Jahre begleitet hat, mit Schneepulver auf den kahlen Ästen, mit knallenden Blüten und süßen Rotkugeln, die von Menschenhand und kleinen Eichhornpfoten geklaubt werden... und der leise Klang fallender Blätter im Herbstwind. Und die zahlreichen tragenden Begegnungen, die liebgewordenen Menschen - sie sind plötzlich Erinnerung, die im einen Moment Lächeln bringt, im anderen sentimental und auch traurig sein lässt.

Plötzlich werde ich gewahr, wie die Normalität der Arbeitszeit doch wesentlich war: das erste Reden am frühen Morgen, der Austausch von Befindlichkeiten, intensive Zusammenseinstunden im Lauf eines Tages; das Beieinandersein, wenn auch oft nur zwischen Tür und Angel - doch auch die Türen haben tief in die Vergangenheit reichenden Bestand, ich höre sie aufgehen und so viele Menschen gehen durch sie und einige Jahrzehnte hindurch: sie nehmen das Leben in ihre Hände und lassen es fließen in wässrigbunten Farben, formen es erdverbunden oder klopfen manches davon ab und lassen Neues entstehen.

Oben, mit Blick übers Tal und über die Stadt, sehe ich die Gesichter, die mich begleitet haben, lange Jahre schon oder erst seit Kurzem, ich sehe diese vertrauten Menschen und freue mich an ihnen. Höre ihre Stimmen, manchmal angestrengte, verärgerte, enttäuschte, aber auch tief aus dem Herzen raus lachende, freundschaftliche, gestaltende, helfende.

Und irgendwo hinter der Stadt die fernen Horizonte, sie rufen über alles hinweg: nun komm schon, wir warten auf dich, lass los!

Alles zu seiner Zeit, antworte ich, alles zu seiner Zeit, und setze mich auf den Stumpf eines alten Baumes und schaue...

 
 
 

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Und noch einmal zu den Texten von Christa Wolf. In ihrem Buch Ein Tag im Jahr lese ich das Jahr 1979 und die dort von Wolf zusammengefassten, an diesem Tag gehörten Nachrichten: Nicht in dieses alter

 
 
 

Kommentare


Autor von Hirnstromern

Matthias Wagner

menschliche würde orthopädie des aufrechten gangs also kein gekrümmter rücken vor königsthronen nimm deine füße unter die arme und lauf cry baby nur der frieden ist es mein sohn wofür wir leben die beherrschung der natur ist gekoppelt an die verinnerlichte gewalt des menschen über den menschen gekoppelt an die gewalt des subjekts über seine eigene natur you can go all around the world trying to find something to do with your life baby when you only gotta do one thing well

Aus Wolkenbruch

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